„Anfang Sommer 2021 verlor ich meine Wohnung, denn ich konnte sie nicht mehr bezahlen, und im September erhielt ich die letzte Pension. Ich konnte keine günstige Wohnung finden und hatte daher auch keinen gemeldeten Wohnsitz. Und als ich einen fand, zahlte man mir als Pension 75 Euro. Neun Monate lang bat ich, mir wieder den vollen Betrag zu zahlen, aber nichts passierte, obwohl man mir ständig versicherte, im folgenden Monat sollte alles wieder in Ordnung sein. Natürlich verlor ich diese Wohnung dann auch wieder, denn ich hatte die 300 Euro für die Miete nicht. Monatelang ging ich von Freund zu Freund, manchmal auch zu meiner Tochter nach München, denn ich kam um vor Hunger“, berichtet Valentina angespannt. Sie fügt hinzu, dass sie an eine positive Lösung für ihr Dilemma glaubte.
Aber die Probleme endeten nicht, sondern wurden noch größer, denn von Juli bis September 2023 wurde auch die Summe von 75 Euro gemeinsam mit der Krankenversicherung eingestellt.
„Monatelang ging ich von Freund zu Freund, manchmal auch zu meiner Tochter nach München, denn ich kam um vor Hunger“, so Valentina.
„Die Pensionsversicherung schickte mir einen Brief an meine Adresse in Serbien, den ich natürlich nicht bekam, denn ich war die ganze Zeit in Wien. Als ich dort anrief und um eine Erklärung bat, forderte man mich auf, vorbeizukommen und nachzuweisen, dass ich am Leben sei. Vielleicht dachten sie, weil ich ja eine Krebs-OP gehabt hatte, ich sei gestorben. Als sie mich sahen, zahlten sie mir mein Geld aus und, was noch wichtiger ist, aktivierten meine Krankenversicherung, sodass ich jedenfalls die wichtigsten Medikamente bekommen kann. Ich bekomme ständig eine Chemotherapie und habe auch Herzprobleme, sodass ich schnell ermüde.
Natürlich habe ich kein Geld für Nahrungsergänzungsmittel und Präparate, die mir wenigstens ein bisschen helfen würden. Zum Glück bin ich auf Anraten eines Freundes zur Arbeiterkammer gegangen, die mir jetzt hilft, für meine Rechte zu kämpfen. Ich habe alle meine Papiere dorthin gebracht und in meinem Pass sieht man, dass ich in den letzten drei Jahren nicht mehr als drei Monate aus Österreich abwesend war. Jetzt warte ich auf einen Termin beim Gericht und glaube wirklich, dass alles in Ordnung kommt und dass mein Status endlich geregelt wird“, verbirgt Frau Boccardo ihren Optimismus nicht.
Lesen Sie mehr auf der nächsten Seite!