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Liebe

Verbotene Liebe: Mustafa und Sofija sind bereits 60 Jahre verheiratet

(FOTO: Screenshot/ YouTube, Radio Slobodna Evropa)

In der bosnischen Stadt Tuzla kreuzten sich 1953 die Wege von Sofija und Mustafa – zwei junge Menschen aus unterschiedlichen Kulturen, die auf der Suche nach Arbeit waren. Ihre Liebe trotzte den gesellschaftlichen Herausforderungen und Umbrüchen ihrer Zeit, trotz der Unterschiede in ihrem religiösen Hintergrund und der anfänglichen Ablehnung ihrer Familien. Ihre Geschichte ist ein Zeugnis dafür, wie Liebe alle Hindernisse überwinden kann.

Im Jahr 1953 führte das Schicksal Sofija und Mustafa in der bosnischen Stadt Tuzla zusammen. Sofia, eine 20-jährige Serbin aus Vojvodina, und Mustafa, ein Muslim aus Bijeljina, waren beide auf der Suche nach Arbeit. Es gab hier eine Gemeinde, und der Bürgermeister der Gemeinde Tuzla sagte: ‚Mädchen, du hast die Schule abgeschlossen, du könntest bei uns bleiben und arbeiten.'“, erinnert sich Sofija. Es war das erste Mal, dass sie von ihren Eltern weg war.

Ihre Liebe schien auf den ersten Blick unerschütterlich, doch der Glaube stellte sich als größtes Hindernis dar. Sofia war orthodox, während Mustafa ein Muslim war. Besonders Sofias Eltern waren gegen die Beziehung.

Als wir uns einig waren und ich meinen Eltern sagte, dass ich ihn heiraten wollte, verbot es mir mein Vater.“, erzählt Sofia. Sie war die einzige Serbin, die in die Familie Berberovic eintrat, was bei anderen Missbilligung hervorrief.

Trotz aller Widerstände war ihre Liebe stärker. „Für meine Eltern war das schrecklich. Erstens gab es damals in Vojvodina keine Muslime. Es gab alle Nationalitäten, aber niemand war Muslim.“, erinnert sich Sofia. Doch mit der Zeit änderte sich die Situation in ihrer Familie. Sofias Vater akzeptierte Mustafa und bat sie, in Zukunft nur noch mit ihm nach Vojvodina zu kommen.

Mustafa erinnert sich: „Sofia war die einzige Serbin, die in die Familie Berberovic kam. Damals sagte mir eine Tante: ‚Warum hast du gerade eine Serbin gefunden?‘ Ich sagte ihr, dass ich Sofia geliebt habe und dass wir trotz der Familien, die dagegen waren, zusammen leben würden.“

Die Jahre vergingen, und ihre Liebe blieb unberührt. Sofia und Mustafa wurden Eltern von Sohn Damir und Tochter Dajana, und dieses Jahr feiern sie ihren 60. Hochzeitstag. Ihre Liebe verbindet sie immer noch, obwohl sie Zeugen von Veränderungen und Herausforderungen in der modernen Gesellschaft sind.

„Manchmal schreie ich ihn an, aber ich weiß nicht, wie mein Leben sein wird, wenn er vor mir stirbt“, sagte Sofia, die sich ein Leben ohne ihren Liebsten nicht vorstellen kann.