Start News Chronik Mordfall Leonie: Beschuldigte sollen Horror-Tat gefilmt haben
SCHLIMME VERGEWALTIGUNG

Mordfall Leonie: Beschuldigte sollen Horror-Tat gefilmt haben

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(FOTO: Google Maps-Screenshot, iStock, zVg.)

Wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nina Bussek, am Donnerstag mitteilte, wird im Fall der 13-jährigen Leonie, die am 26. Juni 2021 auf einem Grünstreifen in der Donaustadt von Passanten tot aufgefunden worden war, nun Anklage erhoben. Die Beschuldigten müssen sich wegen des Verdachts der Vergewaltigung mit Todesfolge und des schweren sexuellen Missbrauchs Unmündiger verantworten, die Anklage lautet jedoch nicht auf Mord.

Für den Tatbestand Mord muss laut Strafrecht eine nachweisliche Mordabsicht vorliegen, die Absicht der beschuldigten Afghanen war laut Anklageschrift jedoch Vergewaltigung. Auch wenn die Anklage Vergewaltigung mit Todesfolge und nicht „Mord“ lautet, ist das Strafmaß für beide Straftaten gleich, betonte Bussek. Werden die drei Beschuldigten verurteilt, drohen ihnen nach dem Erwachsenenstrafrecht 10 bis 20 Jahre bzw. lebenslange Haft.

Wann der Strafprozess beginnen soll, ist laut Medien noch unbekannt. Der Erstbeschuldigte war zum Tatzeitpunkt 22, daher könnte er zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt werden, die beiden anderen waren damals 18 und gelten als junge Erwachsene, daher ist das Strafmaß 10 bis 20 Jahre.

Ursprünglich war gegen vier Afghanen ermittelt worden. Drei konnten nach der Tat von der Polizei verhaftet werden und befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. Dem vierten gelang die Flucht nach England, wo er letztes Jahr in einem Londoner Hotel verhaftet und im März dieses Jahres an die österreichischen Behörden ausgeliefert wurde. Der 23-Jährige ist laut Staatsanwaltschaft nicht unter den Beschuldigten.

Todesursache: Überdosis und Ersticken

Das 13-jährige Mädchen aus Tulln hatte einen der Beschuldigten über Instagram kennengelernt. Sie hatten sich mehrmals getroffen, bevor es zu dem schicksalhaften Treffen am 25. Juni 2021 am Wiener Donaukanal kam. Dann soll sie eine Ecstasy-Tablette von ihm genommen und sich mit ihm gemeinsam in die Wohnung des zweiten Beschuldigten in Wien Donaustadt begeben haben. Laut Anklageschrift wurden Leonie sieben Ecstasy-Tabletten verabreicht, bevor sie von den drei Männern vergewaltigt wurde.

Als das Mädchen das Bewusstsein verlor, hielten die Männer sie unter der kalten Dusche und flößten ihr Getränke ein. Doch das Mädchen zeigte keine Lebenszeichen mehr, worauf sie in einen Teppich gewickelt und zwischen parkenden Autos abgelegt wurde. Ihre Leiche wurde erst am nächsten Morgen von Passanten gefunden.

Die drei Beschuldigten hatten laut Anklage schon zu dem Zeitpunkt, als das Mädchen in die Wohnung mitkam, die Absicht, es unter starken Drogeneinfluss zu setzen und gemeinsam zu vergewaltigen. Wie ein Gutachten der Gerichtsmedizin besagt, ist die Todesursache Suchtmittelvergiftung und Ersticken.

Die Beschuldigten können sich bis zum Beginn des Verfahrens als nicht schuldig bekennen. Es wird erwartet, dass sie – mit der Straftat und dem Strafmaß konfrontiert – sich gegenseitig beschuldigen und schließlich die Straftat eingestehen werden.

Eines ist sicher: das Verfahren wird von den Medien und der Öffentlichkeit mit großem Interesse verfolgt werden. Viele Österreicher haben nämlich die Kriminellen satt, die den Ruf aller Geflüchteter schädigen.

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